Delicious Riding 2017 – Petrus scheint kein Gourmet zu sein

Petrus scheint kein Gourmet zu sein. Jedenfalls hat er die 5. Delicious Riding Tour nicht mit guten Wetter unterstützt, denn der Sommer war am 24. und 25. Juni 2017 irgendwo anders, obwohl er sich in diesem Jahr nun wirklich noch nicht angestrengt hatte. Aber rückblickend war das Wetter dann halb so schlimm, denn erstens gibt es gute regenfeste Kleidung und zweitens haben uns die besuchten Köchinnen und Köche und die genossenen Leckereien mehr als entschädigt.Erstmalig hatten wir eine Übernachtung eingeplant, damit wir zum Abendessen die Funktionskleidung gegen etwas Bequemeres tauschen und die Gänge mit entsprechender Weinbegleitung genießen konnten. Unser Tagesziel war Heringsdorf auf Usedom.

Los ging es aber im tiefsten Neukölln bei Sarah Hallmann im Hallmann & Klee. Etwas versteckt gelegen, ist dort ein ganz wunderbarer Ort entstanden. Man merkt mit wieviel Liebe Sarah sich in die Einrichtung und Ausstattung eingebracht hat. Und auch der Service lebt von der Aufmerksamkeit und Herzlichkeit des Teams. Man spürt, dass hier Erfahrungen aus Weltenbummlertouren und der Arbeit mit Sterneköchen zusammenkommen. Nicht umsonst ist Sarah und ihr Team für das Szenerestaurant 2017 nominiert. Was uns als Frühstück erwartet hat, war optisch und gustatorisch wirklich der perfekte Start. Und genau der richtige Rahmen, sich kennenzulernen. Diesmal waren wir 14 Teilnehmer/innen auf 11 Motorrädern. Die bisher größte Gruppe einer Delicious Riding Tour. Mehr als die Hälfte war nicht zum ersten Mal dabei – es war also auch ein Wiedersehen.

Vom Böhmischen Platz ging es dann auf der Stadtautobahn im großen Bogen nach Norden. Eine gute Gelegenheit sich in der Gruppe einzufahren. Wer am Vortag eine tolle BMW von unserem Partner BMW Motorrad bekommen hatte, konnte sich so auch in aller Ruhe mit seiner Maschine vertraut machen.

Im Norden ging es auf Landstraßen Richtung Feldberger Seelandschaft nach Triepkendorf. Richtig: hier in der Gegend waren wir bereits im letzten Jahr. Scheinbar zieht diese schöne Gegend gute Köche an. Ziel war der Gasthof Tenzo. Dort kocht Marcus Sapion – wie schon Sarah ebenfalls hervorragend ausgebildet und durch eine Reise ins ferne Japan inspiriert, hier außerhalb eines urbanen Umfeldes eine feinsinnige Küche anzubieten. Er ist zwar (noch) kein nominierter Meisterkoch der Region, aber es war eine Empfehlung des Meisterköche Jurors Dr. Stefan Elfenbein. Und eine gute! Verwöhnt von Marcus, seiner Partnerin Katarina Hering und dem Tenzo-Team saßen wir im etwas verwilderten Garten des alten Schulgebäudes und genossen drei abwechslungsreiche Gänge, die Augen und Gaumen verwöhnten. TENZO heißt im Japanischen der Koch in einem Kloster – derjenige, der für das Wohlbefinden aller verantwortlich ist und der dafür sorgt, dass man zufrieden zur Ruhe kommt und gestärkt wiedererwacht. Und genau so haben wir es empfunden.

Anschließend ging es weiter bei windigem Wetter Richtung Heringsdorf, um uns am Abend bei Arjan Mensies im Restaurant Bernstein kulinarisch verwöhnen zu lassen.

Gemeinsam mit Restaurantleiter Jörg Geißler blieb dann auch kein Wunsch unerfüllt und der schöne Ausblick wurde durch das Licht der untergehenden Sonne über der Ostsee gekrönt. Gesprächsstoff gab es genug und durch ein paar Überraschungen aus der Küche war der Abend die letzte noch fehlende Entschädigung für das verhangene Wetter, das uns tagsüber begleitet hat.

Am Sonntagmorgen hatte dann Petrus seinen ganz großen Auftritt. Wie gesagt, er war an diesem Wochenende nicht auf der Seite der Gourmets auf zwei Rädern. Aber als wir zum Mittagessen in der Alten Schule in Fürstenhagen bei Daniel Schmidthaler ankamen, riss der Himmel dann doch auf. Was uns erwartete war ein wahres Kleinod auf dem Dorfberg von Fürstenberg. Nicole und Daniel Schmidthaler – Meisterkoch der Region 2016 –  hatten extra für uns und dank der Unterstützung durch das Meisterköche-Team um Myriam Sztyan die Türen geöffnet. Auch hier erlebt man, was Liebe zum kleinsten Detail bedeutet. Nichts steht herum. Jeder Gegenstand trägt etwas zu der Geschichte bei. Daniel kocht hier auf Sterneniveau und mit Herz. Auch er hat schon viel auf der Welt gesehen und Gäste auf der ganzen Welt verwöhnt. Aber was uns erwartete war mit viel Lokalität verfeinert. Ganz, ganz große Küche mit individuellem Stil und feinem ästhetischem Gespür angerichtet.

Einen runderen Abschluss konnten wir uns nicht wünschen. Wirklich begeistert von unseren Gastgebern und den auch bei trübem Wetter schönen Strecken, verabschiedeten wir uns voneinander.